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Computer an Bord von
Langfahrtyachten 2004
Keine Langfahrtyacht ohne Computer
Eine Diskussion, ob Computer an Bord von
Langfahrtyachten notwendig sind, brauchen wir nicht mehr zu führen. Es ist
Tatsache, dass es Langfahrtyachten ohne Computer kaum mehr gibt, so wenig wie
Yachten aus Holz. Das kann einem gefallen oder nicht - von wegen Natur
und so... - , aber der Computer hat auch in diesem Lebensbereich Einzug gehalten:
Wie an Land eben.
Warum nicht? Zu viele Vorteile bietet ein PC im
täglichen Leben und erst Recht, wenn er die Arbeit der Schiffsführung
erleichtert. Darüber hinaus eröffnet ein Computer für den Schiffsführer
derart viele neue Möglichkeiten der Informationsbeschaffung, dass man einem
sturen Skipper ("bei mir kommt kein Computer an Bord") schon fast
Leichtsinn nachsagen könnte, wenn er von vorneherein auf diesen Wunderkasten
verzichtet.
Bei meinem Verlag bin ich mal gefragt worden, ob
ich es für möglich halte, dass es einmal auf Yachten Satellitennavigation
geben würde. Das ist noch gar nicht mal solange her. Die Antwort kennen wir: Es
gibt keine Yacht mehr ohne GPS. Ähnlich wird es sich mit dem Computer
verhalten.
Zwei Fragen stehen im Vordergrund:
Fähigkeiten des Bordcomputers
Ach nein, vielleicht ist es besser, nicht nach
den Vorteilen zu fragen, sondern eine Aufzählung, was tatsächlich Fahrtensegler
mit dem Computer an Bord anstellen. Was also heute im Bordbetrieb bereits alltäglich ist.
Dass der PC an Bord die klapprige, meist
verrostete Schreibmaschine abgelöst hat, ist eigentlich so selbstverständlich,
dass sich kaum mehr jemand darüber Gedanken macht. Fast jeder hat heute auch
einen Drucker an Bord, kosten die doch kaum mehr als für einen teuren Block zu
bezahlen ist. Schon deshalb ist der Einsatz eines Printers keine Frage des Preises, schon eher des
Platzes.
Es lassen sich mit dem Computer nicht nur Reiseberichte schreiben,
sondern auch von anderen Yachten sammeln. Klar, dass nicht alle ausgedruckt
werden, es reicht ja völlig, wenn die Informationen übers nächste Reiserevier
auf der Festplatte schlummern, bis man sie benötigt.
Dort wo man früher zum Copy-Shop gelaufen ist,
um die schriftlich niedergelegten Erfahrungen anderer Yachten für eigene Zwecke
zu kopieren, wird heute schnell mal die Datei auf Diskette geschrieben oder auf
CD gebrannt und so weitergegeben. Vorteil: Man deckt sich viel eher mit
nautischen Informationen ein als früher, wo die Vervielfältigung mittels
Kopierer doch mit erheblichen Arbeits- und manchmal auch Geld-Aufwand verbunden
war.
Vor ein paar Tagen bin ich in einem riesigen
Segel-und Bootszubehörgeschäft gewesen, wo es von der Bootsbatterie über
Seekarten bis zum Schäkel alles gibt, was auf Yachten benötigt wird. Als ich
nach dem Katalog verlangte, um in Ruhe an Bord die benötigten Kabelquerschnitte
nachrechnen zu können, drückte mir der Verkäufer statt einem dicken Buch eine
CD mit dem Katalog in die Hände. Für mich unlesbar, wenn ich nicht an Bord
einen Computer hätte.
So großartige Institutionen wie der SSCA (Seven Seas Cruising Association) geben inzwischen
ihre Bulletins auch als Dateien auf
CD heraus, was den großen Vorteil hat, dass die Infos zusammen mit sehr
effektiven Suchfunktionen zur Verfügung stehen. Musste man in den Zeiten des
bedruckten Papiers mühsam mal im Jahresinhaltsverzeichnis zum Beispiel nach
"Toau/French Polynesia" suchen, um die Tipps dann im gedruckten
Bulletin
rauszublättern, reicht heute die Eingabe des Suchbegriffs und schon
stehen die Informationen auf dem Bildschirm fertig zum Ausdrucken - oder auch
nicht! Allein diese Bulletins in gedruckter Form benötigen mehr vom wertvollen
Stauraum auf einer Yacht als Computer und Drucker zusammen. Übrigens: Die
neuesten SSCA-Bulletins sind jeweils aus dem Internet - gegen Passwort versteht
sich - abzurufen, sodass man als Langfahrtsegler nicht mehr soviel Geduld (und
Geld) aufwenden muss, bis man wieder an die Post von zu Hause mit den neuesten
Heftchen rankommt.
Diese Vorteile von Computer an Bord haben auch
dazu geführt, dass es inzwischen immer mehr Hafenhandbücher und Revierführer
in Datenform gibt. Auch hier zeigt sich wieder der Vorteil des geringen
Platzbedarfs. Wobei der eine oder andere, der noch vor der Anschaffung eines
Computers steht, sich vielleicht fragt, wie viel von dieser Literatur denn auf
einem Computer Platz hat. Die Antwort klingt großsprecherisch: "Praktisch
unendlich viel!". Denn man wird diese Infos ja nicht auf den Computer
speichern, sondern sie eben auf den Datenträgern (CD oder Diskette) belassen.
Und selbst wenn man auf die Idee kommen sollte, alles auf das Notebook
aufzuspeichern, dann stehen heute jedenfalls mehr als 20 Gigabyte Speicherplatz
zur Verfügung. Wenn man dann berücksichtigt, dass ein kompletter Hafenführer
kaum mehr als 10 Megabyte beansprucht, könnte man also den Platz auf der
Festplatte - theoretisch - mit mehreren hundert nautischen Handbüchern füllen.
Soviel gibt es gar nicht. Es könnte leicht der Eindruck entstehen, dass sich
heute die Frage nach dem Speicherplatz gar nicht mehr stellt. Ein Irrtum, wie
später beschrieben wird!
Ohne Computer - kein Internet?
Es gibt wohl keinen ernsthaften Fahrtensegler
mehr, der den Wert des Internets für uns Yachtsleute in Frage stellen würde.
Dabei geht es nicht nur um den längst alltäglichen Email-Verkehr (ich kann
mich nicht mehr erinnern, wann ich den letzten Brief an Bord geschrieben habe),
sondern vor allem um die Informationsbeschaffung (unter anderem übers Wetter!)
aus dem Internet.
Richtig: Der Computer an Bord, sei er noch so
teuer, schafft für eine Hochseeyacht noch lange keinen Internetzugang! Das ist
im Moment noch der größte Mangel bei der Informationsbeschaffung auf hoher
See. Trotzdem können wir aufs Internet bei der Vorbereitung eines Törns, auch
unmittelbar vor der Abfahrt, nicht verzichten. Da helfen die zahlreichen Internet-Cafes, die in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen sind, und die
es praktisch überall auf der Welt gibt, auch auf der kleinsten Insel - wenn
dort eine Telefonverbindung möglich ist.
So hat jeder Segler in der Praxis, die
Möglichkeit sich im Internet zu informieren, ob er nun einen Computer an Bord
hat oder keinen. Allerdings, nur der Computerbesitzer hat die Möglichkeit, die
zahlreichen Informationen aus dem Internet "nach Hause", also an Bord
zu schaffen. Indem er sie nämlich im Internet-Cafe auf Diskette aufzeichnet
- oft ist es auch dort möglich auf CD zu brennen, allerdings gegen erhebliche
Zusatzgebühren - und
auf dem Bord-PC dann abspielt."
Dass diejenigen ohne Computer beim
Emailschreiben im Internet-Cafe im wörtlichen Sinne ganz arm dran sind, wenn
sie mühsam und zeitaufwendig dort ihre Mails tippen, ergibt sich aus den
manchmal doch recht hohen Nutzungskosten fürs Internet. 15 Euro hab ich schon
für die Stunde mancherorts berappen müssen. Bringt man seine fertig verfassten
Mails auf Diskette mit, dann können auch 10 Mails in 10 Minuten versandt
werden.
Email per Kurzwelle und
Computer auch für Nicht-Funkamateure!
Was sich auf Langfahrtyachten immer mehr
durchsetzt, ist ein Emailverkehr per Kurzwelle und(!) Computer. Stichwort: Pactor. Für den lizenzierten Funkamateur besteht die Möglichkeit an Bord
kostenlos Emails zu versenden oder zu empfangen. Und zwar praktisch von
jedem Ort aus und überall hin, also auch, und das ist unbezahlbar, auf hoher
See. Über Sailmail hat aber auch der Nichtamateur die Möglichkeit, die gleiche
Technik für den Email-Verkehr auf hoher See zu nutzen. Runde 250 Euro kostet
der Sailmail-Dienst pro Jahr. Wobei man gerne für diese fantastischen
Möglichkeiten in Kauf nimmt, dass praktisch keine Bilder versandt werden
können und die Emails
nicht allzu viel Text enthalten sollen. Aber 2 Textseiten sind allemal pro Email
drin. Technische Voraussetzung für diesen Email-Verkehr ist das Vorhandensein
eines Kurzwellen-Transceivers - und eines Computers.
Hier zeigt der Computer besonders seine
Leistungsfähigkeit. Aus dem Airmailproramm (The
Airmail Home Page) heraus
wählt der PC auf Mausklick hin die betreffende Frequenz am Sender und beginnt -
alles automatisch - einen Kontakt zur Landstation herzustellen. Daraufhin werden
dann die "heutigen" Emails empfangen und auf dem Computer gespeichert
und anschließend die fertig geschriebenen Mails per Kurzwellenfunk abgesendet.
In der Praxis läuft das also folgendermaßen ab: Sender und Computer
einschalten - Airmail-Programm aufrufen und die gewünschte Frequenz anklicken.
Nach wenigen Minuten (bei schlechten Ausbreitungsbedingungen kann es auch schon
mal eine halbe Stunde dauern) sind die Emails nach Hause oder sonst zu einer
beliebigen Email-Adresse abgeschickt und die neue Post ist da.
Bordcomputer sind Alleskönner
Aber nochmals mit Bedauern: Einen echten
Internetzugang zum Surfen und so gibt es auf diese Weise nicht! Den gäbe es
höchsten mit einem Satellitenhandy (Iridium). Theoretisch! Der Zugang ist
nämlich so langsam und die Gebühren so hoch, dass einen der Gedanke an die nächste
Telefonrechnung ganz schnell die "AUS"-Taste drücken lässt. Aber
immerhin, eine Wetterkarte ließe sich im Notfall schon mal abrufen - ein
Computer an Bord vorausgesetzt!
Dass man mit dem Computer sich
"ewiger"
Gezeitentafeln (gibts im Internet als Freeware oder in Maxsea integriert) bedienen kann,
Gestirnsesmessungen
mit dem Sextanten ohne von Astronavigation was zu verstehen zum Spaß oder den aktuellen Sternenhimmel ausrechnen kann
(Bobby
Schenk's AstroClassik), mit Hilfe eines Kurzwellenempfängers
und eines
entsprechenden Programms (JVcomm32) Fax-Wettersendungen oder
Satellitenbilder
empfangen kann, ist ja schon längst kein Geheimnis mehr. Alles Wunschträume
längstvergangener computerlosen Zeiten!
Die Digitalfotografie auf Yachten ist schon
längst nicht mehr "im Kommen". Sie ist da. Der Fotograf aber, der
mangels Computer an Bord nicht mehr weiß wohin mit seinen Megabytes (ein gut
aufgelöstes Foto von den Durchschnittskameras hat mehrere davon), sieht
bald alt aus. Denn er müsste ja seine Bilder löschen, wenn er nicht einen
Computer mit DVD- oder CD-Brenner hat, sodass er seine Erinnerungen auf die CDs
auslagern kann. Je nach Auflösung gehen auf so eine Scheibe ein paar hundert
Fotos drauf, wo sie dauerhaft eingebrannt sind. Kosten für einen
"Rohling": Ungefähr soviel wie für eine Fotovergrößerung im
Fotoladen.
Dass an Bord von Langfahrtyachten moderne
Notebook-Computer auch dazu benutzt werden, um die mit einer Videokamera
festgehaltenen Erinnerungen gleich an Bord semiprofessionell zu
verarbeiten sei am Rande erwähnt und ist einem gesonderten Beitrag
(demnächst!) vorbehalten.
Fast schon Standard:
Elektronische Seekarten
Wahrscheinlich in vieler Augen wichtigstes
Einsatzgebiet des Bordcomputers ist die Anzeige der elektronischen Seekarte.
Kein Zweifel; Die Tage der - sauteuren - Papier-Seekarte sind gezählt.
"Keine
Papier-Seekarte an Bord, das ist doch sträflicher Leichtsinn, Elektronik kann
versagen..." Es ist wohl an der Zeit mit solch gleichermaßen markigen wie
nervigen Sprüchen aufzuräumen. Wenn ich ein gutes, genaues und zuverlässiges
elektronisches Seekartensystem an Bord habe und mir die benötigten Seekarten
vor Antritt des Törns, also noch im Hafen, per Tintenstrahler, möglichst noch
in Farbe, auf Papier ziehe, dann hab ich doch Papierkarten an Bord für den
- zugegeben: nicht unwahrscheinlichen - Notfall, dass der Computer seinen Geist
aufgibt oder auch nur im unrechten Moment abstürzt.
Die Qualität dieser Papier-Seekarten? Jedenfalls
um einiges besser als die Kopie von der Kopie von der Kopie einiger Seekarten,
die sich Langfahrtsegler aus dem Copy-Shop holen!
Tatsache ist, dass es kaum noch Blauwassersegler
gibt, die nicht "elektronisch" navigieren. Dabei hat sich so eine Art
Standard herausentwickelt und die heißt: MAXSEA mit C-Map-Karten (SEALOG)
Geradezu unglaublich, was diese Programme leisten und damit sind sie jeder
Papier-Seekarte weit überlegen. So lassen sich in elektronischen Seekarten zum Beispiel mit Hilfe des integrierten
Tidenprogramms
gleich die Strompfeile anzeigen, oder noch besser: Die Windpfeile, wenn man sich
vorher via Email (Pactor!) die Gribfiles geholt hat.
Dass mittels
GPS in der Seekarte gleich die
Position und der abgelaufene Kurs aufscheinen, ist längst
Selbstverständlichkeit geworden. Apropos GPS: Es wäre dumm, hier den Anschluß
des Computers an das Haupt-GPS in der Navi-Ecke zu suchen, denn längst gibt es
GPS-Mäuse - nicht anderes als eigene GPS-12 Kanal-Empfänger mit dem Aussehen
einer Maus, die einfach in die USB-Buchse am Computer eingesteckt werden. Gibt
es bei
Primafone (www.avcmarine.de),
für 99 Euro.
Welcher Computer?
Sucht man nicht gerade nach einem Sparmodell,
dann ist die Frage relativ leicht beantwortet:
Der Notebook vom Sonderangebot
ist oft ein Schnäppchen
Schon wegen der Größe wird in nahezu allen
Fällen nur einer der handelsüblichen Notebooks in Frage kommen. Bleibt die
Alternative, einen deutlich billigeren Home-PC zu kaufen. Nachdem die gewaltigen
Röhren-Monitore allgemein durch LCD-Bildschirme ersetzt werden, ist allerdings
der Raumbedarf nicht mehr so kritisch. Aber, man kann es drehen wie man will,
der Strombedarf eines Haushalt-PCs ist doch signifikant höher als eines
Notebooks, vor allem dann, wenn letzterer einen Spar-Prozessor (Centrino)
benutzt.
Der Vorteil eines dieser wuchtigen PCs wäre die
leichtere (und billigere) Aufrüstbarkeit. Dieses Argument ist allerdings heut
nach Einführung der USB-2.0-Schnittstelle bei Notebooks nicht mehr sehr
gewichtig. Ein weiterer Trumpf der großen Kästen gegenüber Notebooks:
Defekte am Heim-PC lassen sich viel leichter beheben durch Kartenaustausch,
während sich für Notebooks nur schwierig Reparaturmöglichkeiten finden
lassen. Ein Defekt kann einen Notebook schnell entsorgungsreif machen.
Ich bin kein Freund von "speziellen,
seewassergeschützten Yacht-Notebooks". Von der Vorstellung, dass ein Computer
eine Anschaffung fürs Leben ist, muss man sich
sowieso verabschieden. Gelegentlich von Spezialfirmen angebotene Yacht-Computern sind bei gleicher
Leistungsfähigkeit erheblich teurer als handelsübliche Notebooks. Und nachdem
in ein paar Jahren ohnehin der "Neue" fällig wird, wäre es
verschenktes Geld, wenn man doppelt für das Spezialgehäuse bezahlt.
Dass ein Computer nicht mit Salzwasser in
Berührung kommen darf, ist eigentlich selbstverständlich. Dann aber ist ein
Notebook aus der Massenproduktion ebenso zuverlässig im Betrieb wie beispielsweise das Autoradio oder der Fotoapparat oder irgendein anderer
elektronischer Gebrauchsgegenstand. Es ist übrigens eine gute Vorsorge gegen
Notebooks Seewasserempfindlichkeit, wenn man mit externer Tastatur/Maus
arbeitet. Kriegen die Salzwasser ab, ist der Verlust von ein paar Dutzend Euro zu verschmerzen.
Also werden wir einen ganz normalen Notebook auf
den Navigationstisch stellen. Der Verfasser hat beste Erfahrungen gemacht (auch viel Gutes
gehört), mit Sonderangeboten von Aldi, Mediamarkt,
Saturn oder wie sie alle heißen. Für 1500 Euro bekommt man heute, ganz grob
gesagt:
- Einen Notebook mit TFT-Farbbildschirm
- Pentium schneller als 1 GHz
- 256 MB RAM
- 40 GB Festplatte
- mindestens 3 USB-Schnittstellen
- vielleicht eine PCMCIA-Schnittstelle (zum Überspielen von
Karten aus dem Fotoapparat).
- CD- oder DVD-Brenner
Vom
Stromverbrauch her ist der Centrino am besten. Wlan (wireless Lan) wäre
wünschenswert, weil über diesen Funkweg bereits in vielen Marinas aus im
Umkreis von ein paar hundert Meter ein Zugriff auf Internet von Bord aus
ermöglicht wird.
Es gibt dann noch eine Alternative, die
"Tablet-PC"
heißt. Von der Leistungsfähigkeit der Hardware her gibt es keine Vorbehalte
gegen diese herrlichen Spielzeuge, Von der Software her gesehen erst recht nicht
(Hand-Schrifterkennung etc). Auch eignet sich dieser PC eher, mit einer
Schutzhülle versehen, ins Cockpit genommen zu werden. Allerdings ist die
Übersichtlichkeit einer elektronischen Seekarte doch sehr durch den
vergleichsweise kleinen Bildschirm begrenzt.
Alle oben erwähnten Aufgaben wird ein solcher
Notebook erledigen können - und zwar spielend. Allerdings: Fast keiner dieser
Notebooks ist heute noch mit einer seriellen Schnittstelle
(für den Anschluss an den Sender, ans Telefon oder an das GPS) oder mit einem
Diskettenlaufwerk ausgestattet. Kein großes Problem. Die USB-Schnittstelle
hilft hier weiter. Mittels Spezialkabels von SEALOG
kann von seriell auf USB
umgesetzt werden. Aber Achtung: Nicht alle angebotenen Umsetzer "auf
seriell" sind allen Aufgaben gewachsen. Ausprobieren!
Ein
externes Diskettenlaufwerk für 49 Euro kann ebenfalls
an die USB-Schnittstelle angeschlossen werden. Dieses Laufwerk ist unbedingt
nötig und kann auch nicht durch einen USB-Stick ersetzt werden, denn viele
Computer in den Internet-Cafes stammen noch aus dem letzten Jahrhundert und haben
zwar ein Floppy (Diskettenlaufwerk), aber kein USB, oder der entsprechende
Treiber fehlt, wenn als Betriebsystem noch Windows 98 (nicht selten) auf der
Kiste drauf ist.
Gehts auch noch billiger, was den Notebook
angeht? Ja, für 1000 Euro gibt es schon ganz brauchbare, die ebenfalls mit
obigen Aufgaben (außer Videobearbeitung) zurecht kommen. Beim Betriebssystem
sollten aber keine Experimente eingegangen werden. Benutzen wir ein System vom (manchmal
ungeliebten) Marktriesen Microsoft, dann können wir sicher sein, dass oben
erwähntes Riesenangebot an Software auch läuft. Mit anderen Betriebssystemen
keine Selbstverständlichkeit!
Nebenbei: Wen jemand beabsichtigt, auch seine
Videos an Bord zu bearbeiten, dann ist dringend eine Firewire-Schnittstelle
(IEEE
1394) zu empfehlen. Mindestens aber ein PCMCIA-Einschub, in den dann später
eine Firewire-Karte (100 Euro) eingesetzt werden kann. Ohne diese Schnittstelle
müssen bei der Videobearbeitung viele Kompromisse, auch was die Qualität
angeht, eingegangen werden, während mit Firewire und Mini-DV-Format technisch fast eine
professionelle Qualität erzielt werden kann. Wenn man sich aber damit näher
beschäftigt, wird man bald feststellen, dass selbst eine 40-GB-Festplatte bald
zu klein wird. Wie man sich hier weiterhilft, wird in einem weiteren Bericht
über Videografieren an Bord demnächst aufgezeigt.
Einen Fehler sollte man beim Kauf eines Notebooks
vermeiden: Ihn unterwegs im Ausland zu kaufen, auch wenn der dortige Preis noch
so verlockend ist. Nicht nur, dass man sich dann mit einer ausländischen
Tastatur ("qwerty" und ähnliches) rumschlagen muss, wird man selbstredend auch keine deutschen oder
deutschsprachigen Treiber auf dem Computer vorfinden.
Wie immer: Problematische
Stromversorgung
Das eigentliche Problem beim Thema "Notebook
an Bord" ist die Stromversorgung. Nicht, dass wir die übliche Bordspannung von 16 bis 20 Volt nicht bereitstellen können, über
entsprechende Inverter oder Spannungswandler geht das schon irgendwie, doch
reißt der Strombedarf ein erhebliches Loch in unsere Strombilanz. Wenn
nämlich jemand an Bord ein Dauerverbraucher ist, dann ist es in erster Linie
der Computer (treffend auch als "Zeitvernichtungsmaschine" bezeichnet). Früher
lagen mal die Notebooks so bei 2 Ampere, was ja wie zwei Glühbirnen gerade noch
zu verkraften ist. Doch heute fließen da schon mal 5 Ampere und das ist dann im
langzeitigen Betrieb (Seekarte!) ganz schön happig. Ob man die über einen
Inverter und 220 Volt oder über einen Spannungswandler
("Autonetzteil") ranschafft, treffen tut es nur die Bordbatterien. Es
gibt übrigens namhafte Computerhersteller, die liefern nicht mal
12-Volt-Netzteile, sodass man an einem 220-Volt-Inverter nicht vorbeikommt. Abhilfe
schafft hier die Firma Primafone (www.avcmarine.de),
die sogar Batterienetzteile für die verbreiteten Dell-Notebooks anbietet.
Gut, dass es die USB-Schnittstelle gibt, mögen
manche sagen, denn damit lassen sich auch Notebooks beliebig aufrüsten, wobei
man mit einem so genannten "Hub" die vorhandene USB-2.0-Schnittstelle
gleich vervierfachen kann. Aber: Viele Verbraucher brauchen auch viel Strom.
Leistung muss bezahlt werden - wie überall.
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