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Kommunikation auf Langfahrtyachten 2004
Kommunikation
beim Langfahrtsegeln heute
Wichtiger als bei jeder Charter-oder Urlaubs-Yacht sind auf Langfahrtyachten wirkungsvolle
Kommunikationsmöglichkeiten. Dies ist nicht nur ein Sicherheitsaspekt,
sondern dient der Lebensqualität. Ich kenne
keinen einzigen Langfahrtsegler, für den diese Fragen nicht von großer
Wichtigkeit sind. Möge der eine oder andere Weltumsegler bei seiner Planung
noch davon geträumt haben, auf einem einsamen Ankerplatz in der Südsee zu
sitzen und weitab vom weltlichen Stress in der Einsamkeit zu leben (und
natürlich glücklich zu sein), so bringt ihn die Realität auf den Ankerplätzen
schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Segeln ohne Kommunikation mit der Außenwelt
ist höchst langweilig, gelegentlich auch gefährlich. Und wenn dann gar kein
anderes Argument mehr gegenüber den Träumern zieht, dann doch wohl dieses: Es
ist keine gute Seemannschaft, nicht auf mögliche
Informationsquellen hinsichtlich Routendetails, aber
auch im Hinblick aufs Wetter zurückzugreifen.
Nachdem weltweit die
Kommunikationsprobleme auf Yachten, gleichgültig welcher Nationalität, ungefähr
dieselben sind, kann auf den Ankerplätzen und in den Marinas eine ziemlich
einheitliche Entwicklung festgestellt werden, ja die Ausrüstung gleicht sich in
so vielen Punkten, dass man fast schon von einem Quasi-Standard
sprechen kann.
„Postverbindung“
Dass heute kaum noch jemand
mit einem Briefcouvert zum „Hauptpostamt“ downtown
rennt, ist klar. „Email“ hat den
handgeschriebenen oder getippten Brief praktisch zu 100 Prozent abgelöst. Der
Vorteil, falls das jemand immer noch nicht weiß, ist die sekundenschnelle
Übertragung von geschriebenen Botschaften zum Nulltarif (fast). Leider ist
Voraussetzung für die Versendung von Emails ein Internetanschluss.
Und das ist immer noch das
Hauptproblem auf Yachten. Sieht man mal davon ab, dass auch übers GSM-Handy das Internet erreicht werden kann, gibt es
jedenfalls für Langfahrtyachten abseits von dicht bevölkerten Gebieten keine vernünftige Möglichkeiten, ins Internet zu kommen.
Seit Jahren raunt man sich irgendwelche Tipps zu, wonach man mit diesem oder
jenem System das Internet erreichen kann. Aber, ich hab noch auf keiner Yacht
eine vernünftige Lösung erlebt. Freilich, ich kann mir auch mit meinem
Iridium-Handy via Satellit eine Wetterkarte im
Internet abholen, doch zu welchem Preis? Die Minute kostet rund 2 Euro und 20
Minuten sind schnell vergangen bei einer Geschwindigkeit, die gerade mal 10 Prozent vom ISDN-Anschluss erreicht.
Aber, es gibt Praktiken,
die zumindest die Versendung und den Empfang von reinen Textnachrichten
zulassen. Bitte kein Irrtum: Ohne Internet funktioniert auch das nicht. Die
Sache spielt sich – vereinfacht ausgedrückt – so ab:
Von der Yacht wird über
Kurzwelle der Email-Text an eine Landstation (oder Person) gesendet, die dann
das Ganze ins Internet einspeist. Oder, die ein Email aus dem Internet für den Yachtsmann empfängt und diesen Text dann per Kurzwelle an
die Yacht sendet.
Das Ganze erfordert –
logisch – auf der Yacht eine Kurzwellenanlage:
Fast einheitlich besteht
diese auf Yachten aus der Antenne (Whip oder
isoliertes Achterstag), dem Antennentuner (der je
nach Frequenz die Länge der Antenne elektronisch anpasst) und dem Kurzwellentransceiver.
Fast jede Yacht benutzt als
Antennentuner den amerikanischen Smartuner,
der innerhalb weniger Augenblicke automatisch die Anpassung vornimmt.
Ist der Smartuner
Quasistandard, so gibt es bei den Kurzwellengeräten praktisch nur noch zwei
Firmen, die sich den Weltmarkt aufteilen. Icom und Kenwood.
Falls der Preis
interessiert: So mit 1000 Euro aufwärts ist man dabei.
Ja, und dann ist da
natürlich noch der Notebook (ich kann mich nicht an „das Notebook“
gewöhnen), der praktisch auf jeder(!) Langfahrtyacht vorhanden ist. Denn wie
sollte man denn ein Email schreiben, wenn nicht auf der Tastatur des Laptops.
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